FrauenArt – SI führt Künstlerinnen zusammen

Die Idee gärte schon lange im Kopf von Susa Jung-Neuser aus dem SI Club Siegen. Sie wollte Künstlerinnen aus anderen Clubs in Siegen zusammenführen, dort eine Ausstellung organisieren. Leichter gesagt als getan. Es galt Räume zu finden, Frauen anzusprechen, ein Begleitprogramm zu organisieren – das alles am besten ohne den Geldbeutel zu belasten. Gefunden wurde letztlich das Siegerlandmuseum im Oberen Schloss. Schnell war klar, dass es dort keine Ausstellung im herkömmlichen klassischen Sinne werden könnte.

 

Die Werke der Künstlerinnen mussten sich in die verschiedenen Sammlungsbereiche des städtischen Museums einfügen. Lediglich in der sogenannten "kleinen" Galerie konnten alle Beteiligten ein gemeinsames Forum finden. Dieser Raum ist jedoch direkt neben dem wichtigsten Raum des Hauses gelegen, dem Saal mit den Gemälden des in Siegen geborenen flämischen Barockmalers Peter Paul Rubens.

 

Nach einem ersten Treffen fanden sich acht Künstlerinnen aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammen, um ihre "feinen Künste" der Öffentlichkeit zu präsentieren. Silvia Baukloh, Club Lüdenscheid, begeisterte die Besucher des Museumscafes besonders mit ihrem "alten" Paar - Puppen, die Ausdrucksmomente einfangen. Corinna Heumann, Club Bonn-Bad Godesberg, zeigte Variationen nach künstlerischen Vorbildern wie Picasso oder Degas. Ihre Arbeiten sind im Stil der Pop-Art gehalten, haben durch oft ironische Verfremdung den Effekt des Déjà-Vu. Gastgeberin Susa Jung-Neuser vom Club Siegen, die sich als Kunsthandwerkerin im ursprünglichen Wortsinn sieht, konzentrierte sich auf plastische Arbeiten, ebenso wie Dorothea Kirsch, Club Cochem, die ihre fantasievollen Mobiles und Blüten aus Fiberglas und Draht in der wirtschaftsgeschichtlichen Abteilung des Museums aufstellte. Bettina Mauel, Club Bergisches Land/Wuppertal, gab einen Einblick in ihre Arbeitsweise, in dem sie den Videofilm „Color in Motion“ zusandte. Editha Pröbstle, Club Koblenz, den Siegenern durch eine Ausstellung in der städtischen Galerie bestens bekannt, bereicherte den Schiefersaal des Museums mit ihren farbenfrohen Skulpturen. Karin Scheuer, Club Cochem, erlebte in Siegen eine Ausstellungspremiere mit ihren Fotografien, in denen sie mit Lichtreflexen und der Verschlusszeit experimentiert, und Regine Seelbach, Club Siegen, zeigte kleinformatige Holz und Stahlskulpturen und einige kleine Gemälde.

 

Bereichert wurden die "Feinen Künste" der SI Frauen durch einen Vortrag von Prof. Dr. Friedhelm Decher, Universität Siegen, über "Die Kunst und das Schöne im Kontext sich wandelnder Erfahrungshorizonte" und immer wieder Musik, am Tag der Eröffnung durch Studentinnen der Musikhochschule Köln und am Tag des Vortrages durch die Akzente Chorgemeinschaft. Der Eröffnung gab die Gründerin des Frauenmuseums Bonn, Marianne Pitzen, einen besonderen Rahmen. Neben vielen Gesprächen kam auch das leibliche Wohl nicht zu kurz. Die Clubschwestern aus Siegen versorgten die Gäste mit vielen kleinen Leckereien.

 

Ein gelungenes Projekt, das zur Nachahmung empfohlen wird. Es kommen nicht nur Clubschwestern aus den unterschiedlichsten Regionen zusammen, mit etwas gutem Willen lässt sich eine solche Ausstellung "auf dem kleinen Dienstweg" auch mit wenig Geld bewerkstelligen.


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